Schloss Schwarzenburg - Impressionen

Lesungen

Wer sich schon einmal an einem Abend im Schloss Schwarzenburg aufgehalten hat, ist vielleicht auch von einem Gefühl der Verbundenheit zur Geschichte dieses Gebäudes erfasst worden. Das Schloss legt Zeugnis ab von vergangenen Zeiten, von menschlichen Schicksalen und von gesellschaftlichen Veränderungen und Errungenschaften.
Es strahlt Ruhe und Sicherheit aus, was in den wunderschön gestalteten und bestens erhaltenen Räumen einen ganz speziellen Rahmen für kulturelle Anlässe bietet.

Ganz besonders gilt dies für Lesungen. Die vorgetragenen Stoffe und Geschichten entfalten Wirkungen in den Menschen, diese nehmen die Texte und die durch sie geweckten Stimmungen mit und werden sie noch eine gute Weile mit sich tragen. Literatur ist wohl eines der wichtigsten kulturellen Erzeugnisse unserer Gesellschaft, das wollen wir in der besonderen Schlossatmosphäre vermitteln helfen.
Bei einem Apéro nach den Lesungen besteht jeweils die Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit den Schreibenden und zum Kauf der Bücher.
 

 

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15
Sep
Peter Beutler: «Kehrsatz»

Lesung

Peter Beutler: «Kehrsatz»

Peter Beutler, geboren 1942, wuchs als Sohn eines Fabrikarbeiters/Kleinbauern und einer Näherin in Zwieselberg bei Thun auf. Als Werkstudent liess er sich an der Universität Bern zum Chemiker ausbilden. Nach dem Studienabschluss als Dr. phil. nat. arbeitete er an verschiedenen Universitäten und in einem Luzerner Industriebetrieb. Von 1979 bis 2007 unterrichtete er als Gymnasial- und Seminarlehrer in Luzern. Peter Beutler ist Vater von zwei Töchtern und freut sich an seinen fünf Grosskindern. Seit 2007 lebt er mit seiner Frau Maja wieder im Berner Oberland.
Peter Beutler sass von 1994 bis 2007 im Luzerner Grossen Rat. Schweizweit Bekanntheit erlangte er mit seinem Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Polizeiwillkür und Steuerungerechtigkeit. Seit Januar 2015 wirkt er im Gemeinderat von Beatenberg, wo er die Ressorts Wirtschaft, Tourismus und Kultur leitet.
Sein erster Roman, «Die Tote vom Zwieselberg», erschien 2010 bei Rediroma, die folgenden im Emons-Verlag: «Weissenau» 2012, «Hohle Gasse» 2013, «Kanderschlucht» 2013, «Morgarten» und «Kristallhöhle» 2014, «Berner Münstersturz» 2015, «Kehrsatz» im Herbst 2016.

Nur ein Krimi kann die unheimlichen Hintergründe des bis heute unaufgeklärten Mordes von 1985 in Kehrsatz wirklich ausleuchten. Denn einerseits war es das Schweigen, andererseits der schnelle Verdacht, der den entsetzlichen Fall zum Justizskandal werden liess. Peter Beutler gelingt es, aus den sorgfältig recherchierten Zeugnissen eine unvergessliche Erzählung über das Verhältnis eines Berner Dorfes zu seiner Leiche im Keller werden zu lassen. Wie von selbst taucht im Roman die Frage auf, was die Angst vor dem Verbrechen anderer aus den guten Mitmenschen selber macht.

Freitag, 15. September 2017
20.00 Uhr, Wappensaal
Eintritt: Fr. 25.–/15.–, inkl. Apéro

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26
Okt
Foto: (c) Patricia von Ah

Lesung

Pedro Lenz

Pedro Lenz erzählt mit zärtlicher Lakonie von Liebe auf den ersten Blick, von Beständigkeit und Freundschaft und davon, wie ein bestehendes Gefüge plötzlich ins Wanken gerät.
Drei Künstler und Tagediebe stolpern in dieser tragikomischen Geschichte durch die neblige Kleinstadt: Jackpot, der erfolglose Schriftsteller, der auf Hunde und Pferde wettet und verzweifelt den roten Faden für seinen Roman sucht, und die beiden Maler Louis und Grunz, die das Leben und die Schönheit lieben. Ihre Hingabe zur Kunst und zu den kleinen Freuden des Alltags scheint die drei Freunde zu erfüllen, denn das Schicksal meint es gut mit denen, die wenig verlangen und viel geben. Doch dann tritt die schöne Fanny in ihr Leben. Allein durch ihre Präsenz bringt sie das scheinbar stabile Gleichgewicht der Männerfreundschaft ins Wanken. Mit der Leichtigkeit des Seins ist es nicht mehr ganz so weit her. Jeder begehrt Fanny, aber keiner scheint zu verstehen, was Fanny begehrt.

Donnerstag, 26. Oktober 2017
20.00 Uhr, Wappensaal
Eintritt: Fr. 25.–/15.–, inkl. Apéro

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02
Nov
Ariane von Graffenried

Lesung

Literatour 2017: Ariane von Graffenried, Wolfram Höll, Matto Kämpf

Auch in diesem Jahr gehen aktuelle Berner Literaturpreisträgerinnen und -preisträger auf Lesereise durch den Kanton. In Schwarzenburg lesen Ariane von Graffenried, Wolfram Höll und Matto Kämpf aus ihren neusten Werken. Moderation: Moritz Wagner, Mitglied der Literaturkommission des Kantons Bern.

Ariane von Graffenried
Lebt und arbeitet als Autorin, Spoken-Word-Performerin und promovierte Theaterwissenschaftlerin in Bern.

Das Wöufli sitzt hinger mim Ofe u schimpft sech Potz Chrütz Million eine ab. I schänken ihm afang es Glesli Fendant ii, ir Hoffnig, das heig e lähmendi Würkig uf sini Gattig, aber nei, dr Walliser macht dä Siech nume no agressiver. Was ig ihm da für Dräck aabieti, är sig schliesslech dr Sankt Adolf II., Gross-König vo Grenoble, grad zrügg us Konstantinopel. [...] «Aha», sägen i zu däm Wöufli, i heig aagno, är sig us Italie iigwanderet. «Himmu-Herrgott-Bombe-Granate», fuuchet’s itz, u bevor mi dä touwüetig Cheib i d Lippe biisst, stecken i ihm es Bleischtift i d Schnure u frage meh zur Ablänkig aus us Inträsse: «Räblet’s geng no i däm Konstantinopel unge?»
[Aus «Babylon Park»]

Wolfram Höll
1986 in Leipzig geboren, wohnt in Biel. Er ist freier Autor und arbeitet als Hörspielregisseur und -dramaturg. «Drei sind wir» wurde 2016 am Schauspiel Leipzig uraufgeführt.

Jeden Tag
ist da mehr / jeden Tag / ist er mehr da / jeden Tag / ist er mehr da / bis er dann / nicht an einem Tag / nicht einfach an einem Tag / man merkt es erst gar nicht / man merkt es erst nach eins zwei drei Tagen / nicht mehr wird / nicht mehr mehr wird / er einfach derselbe ist
[Aus «Drei sind wir»]

Matto Kämpf
1970 geboren in Thun, lebt als Autor, Filmer und Theatermacher in Bern; Mitglied beim Spoken-Word-Trio «Die Gebirgspoeten» und bei der Quasi-Band «Trampeltier of Love».

Wir stehen hinten im Godzilla Club und lassen den Punk über uns ergehen. Obwohl er uns insgeheim ärgert. Tönt genau gleich wie 1980. Aber die Street-Credibility muss gewahrt bleiben. Wir sind Kinder des Grunge. 1991 kam Nervermind von Nirvana, wir waren 15 und hin und weg. Als Grunge-Kinder ist Punk unsere Mutter. Und Mütter soll man ehren. Rap und Hip-Hop sind die beargwöhnten Geschwister. Rock ist der Vater, Pop der eitle Onkel, R’n’B die dumme Tante, Blues die coole Grossmutter, Folk der komische Grossonkel, Jazz der elitäre Grossonkel und Heavy Metal der unterbelichtete Cousin.
[Aus «Tante Leguan» (Arbeitstitel)]

Donnerstag, 2. November 2017
20.00 Uhr, Wappensaal
Eintritt: Fr. 10.–, inkl. Apéro 

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Schloss Schwarzenburg    l    Schlossgasse 13    l    3150 Schwarzenburg    l    Telefon: 031 731 10 00    l